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              <text>Hertha Nathorff war eine deutsche Kinderärztin. Sie leitete als Ärztin von 1923 bis in die 1930er Jahre eine Kinderklinik in Berlin-Charlottenburg. Geboren wurde Hertha Einstein als älteste von drei Töchtern von Mathilde Einstein (1865–1940) und Arthur Einstein (1865–1940), einem Laupheimer Zigarettenfabrikanten. Die jüdische Familie galt als liberal und patriotisch. Verwandtschaftliche Beziehungen bestanden zu dem Physiker Albert Einstein, dem Musikwissenschaftler und Musikkritiker Alfred Einstein sowie dem Filmproduzenten Carl Laemmle. Hertha Einstein besuchte als erstes Mädchen die Laupheimer Lateinschule, das spätere Carl-Laemmle-Gymnasium. 1914 legte sie ihre Abiturprüfung an einem Ulmer Gymnasium ab. Statt des von ihr ursprünglich geplanten Musikstudiums entschied sie sich für ein Medizinstudium, das sie in Freiburg und Heidelberg absolvierte. Nach ihrem Studienabschluss und der Promotion übernahm Einstein 1923 die ärztliche Leitung eines vom Roten Kreuz getragenen Entbindungs- und Säuglingsheimes in Berlin-Charlottenburg. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Oktober des gleichen Jahres heiratete sie den Internisten Erich Nathorff (13. Juli 1889–1954). Heinz Nathorff, der einzige Sohn des Ehepaares, wurde am 10. Januar 1925 geboren. Er starb 1988. Neben der Klinikarbeit bauten Nathorffs eine eigene Praxis auf, die sie bis 1938 führten. Beide Nathorffs wurden nach 1933 im Rahmen der „Arisierung“ aus dem Klinikdienst entlassen und sahen sich als Juden wachsender Diskriminierung ausgesetzt. 1938 wurde ihnen seitens der nationalsozialistischen Machthaber als Juden die ärztliche Approbation entzogen, Erich Nathorff durfte die gemeinsame Praxis als „Judenbehandler“ weiterführen. Während der Novemberpogrome 1938 verschleppten ihn die Nationalsozialisten ins KZ Sachsenhausen, aus dem er nach fünf Wochen Tortur entlassen wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Carl Laemmle riet den Nathorffs zur Auswanderung aus Deutschland und bürgte für sie, so dass sie im August 1938 ein Visum für die USA beantragten. Das Ehepaar reiste 1939 zuerst nach London, wohin sie bereits Monate zuvor den Sohn mit einem Kindertransport in Sicherheit gebracht hatten, von London aus reisten sie weiter nach New York. Inzwischen war die Familie völlig mittellos, da sie von den Nationalsozialisten um ihr Vermögen gebracht wurden. Da die Studienabschlüsse der Nathorffs in den USA nicht anerkannt wurden, konnten sie nicht als Ärzte arbeiten. Die Stimmung gegenüber den deutschen Emigranten in den USA war zudem von Misstrauen geprägt, Unterstützung bekamen die Nathorffs keine. Hertha Nathorff arbeitete daher als Krankenpflegerin, um das Familieneinkommen zu sichern, während Erich Nathorff sich auf amerikanische Studienabschlüsse vorbereitete. Ihre eigene Qualifikation zum Wiedereinstieg in den Arztberuf blieb ihr verwehrt, da das Einkommen der Arztpraxis ihres Mannes niedrig war und er ihr jegliche Unterstützung beim Zusatzstudium verwehrte. So arbeitete sie als Sprechstundenhilfe in seiner Praxis.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Obwohl es für Hertha Nathorff nicht leicht war, ihren Beruf als Ärztin nicht mehr ausüben zu können, setzte sie sich für die sozialen Belange deutscher Emigranten in New York ein. Sie arbeitete als Psychotherapeutin und war Mitglied der Virchow Medical Society sowie der Association for the Advancement of Psychotherapy, zudem gehörte sie der Alfred Adler Mental Hygiene Clinic an. Gerade als die Familie eine neue Existenz aufgebaut hatte, starb Erich Nathorff im Jahr 1954. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie publizierte mehrere Werke, darunter einen Gedichtband, und erhielt verschiedene Auszeichnungen wie zum Beispiel 1967 das Bundesverdienstkreuz. Hertha Nathorff lebte bis zu ihrem Tod 1993 in bescheidenen Verhältnissen in New York. </text>
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              <text>Sonja Mühlberger ist eine deutsche Lehrerin, die als Tochter jüdischer Emigranten ihre frühe Kindheit in Shanghai verbracht und als Zeitzeugin wiederholt über ihre Erfahrungen berichtet hat. Ihre Eltern waren Hermann und Ilse Krips. Hermann Krips wurde in Frankfurt am Main nach dem Novemberpogrom ins Konzentrationslager Dachau verschleppt. Ilse Krips gelang es, durch die Beschaffung von Ausreisepapieren die Freilassung ihres Mannes zu erwirken. Ende März 1939 bestiegen sie in Genua die Bianca mano, eines der letzten Schiffe, die Flüchtlinge nach Shanghai brachten. Im April 1939 kam das Ehepaar in Shanghai an.&#13;
&#13;
Die Tochter Sonja wurde ein halbes Jahr später geboren. Sie wuchs im Shanghaier Ghetto auf, das damals unter japanischer Besatzung stand. Gemeinsam mit ihren Eltern und etwa 500 anderen Shanghaier Emigranten konnte sie 1947 wieder nach Deutschland zurückkehren. Sie fand damals in Ostberlin ihr Zuhause und wurde Lehrerin.&#13;
&#13;
Sonja Mühlberger hat mehrere Bücher und Texte publiziert und engagiert sich als Zeitzeugin. Sie ist eine der bekanntesten jener jüdischen Emigranten, die den Holocaust in Shanghai überlebten. Sie erhielt das Bundesverdienstkreuz.&#13;
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              <text>&lt;h2&gt;&lt;a href="https://www.youtube.com/watch?v=gtX_s5fVEQc"&gt;Sonja Mühlberger spricht&lt;br /&gt;&lt;/a&gt;&lt;a href="https://www.youtube.com/watch?v=rlgLH3CZAz8%20"&gt;Sonja Mühlberger - An Eyewitness to Exile: The Jewish Experience in Shanghai&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;
&lt;h2&gt;&lt;a href="https://www.youtube.com/watch?v=gtX_s5fVEQc"&gt; &lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;</text>
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              <text>Johanna Moosdorf war eine deutsche Schriftstellerin. Im Zentrum ihres literarischen Schaffens standen unkonventionelle Frauengestalten sowie der im Alltagsleben noch wenig aufgearbeitete Faschismus. Johanna Moosdorf wuchs in einer Buchdruckerfamilie auf, besuchte die Höhere Mädchenschule in Leipzig und zog nach ihrem Abitur nach Berlin. Dort beschäftigte sie sich mit Literatur und Kunstgeschichte und beschloss, Schriftstellerin zu werden. Sie heiratete 1932 Paul Bernstein (1897–1944), einen der SPD nahestehenden Politikwissenschaftler, der als Dozent für Jugend- und Erwachsenenbildung beschäftigt war. Mit ihm leitete sie in Berlin-Kreuzberg bis zur Schließung im Frühjahr 1933 ein Gewerkschaftsheim. Da ihr Mann Jude und sie nicht Mitglied der Reichsschrifttumskammer war, zog ein Verlag 1933 die Veröffentlichung ihres ersten Lyrikbandes zurück. Zusammen planten sie eine Emigration, die aber durch den Kriegsausbruch nicht mehr zustande kam. 1944 wurde Paul Bernstein nach Theresienstadt deportiert; im KZ Auschwitz wurde er kurz vor dem Kriegsende ermordet. Sie floh mit ihren Kindern in das Sudetenland. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach dem Krieg arbeitete Johanna Moosdorf als Kulturredakteurin bei der Leipziger Volkszeitung und wurde Chefredakteurin der Literaturzeitung „März“, die aber 1948 wegen Westtendenzen verboten wurde. Sie arbeitete in einem Braunkohlen-Kombinat und zog 1950 aufgrund eines Hinweises auf drohende politische Verfolgung nach West-Berlin. Seither lebte sie als freie Schriftstellerin. 1963 erhielt sie den renommierten Nelly-Sachs-Preis. Moosdorf war zweimal verheiratet, ihr zweiter Mann starb 1988. Sie konnte in ihren letzten Lebensjahren wegen eines unheilbaren Augenleidens nicht mehr allein das Haus verlassen und nur noch mit Hilfe eines stark vergrößernden Lesegerätes arbeiten und lesen. Vom Literaturbetrieb vergessen und vereinsamt – ihre Kinder waren in die USA ausgewandert – starb sie im Juni 2000 im Alter von fast 89 Jahren an einer Krebserkrankung. Mit dem Roman &lt;em&gt;Jahrhundertträume&lt;/em&gt; legte Moosdorf eine exemplarische Autobiographie über das Erleben der Nazizeit vor.</text>
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              <text>Hanna Karoline Meyer-Moses ist eine jüdische Zeitzeugin der Judenverfolgung. Sie wurde 1927 als Tochter des Rechtsanwalts Nathan Moses und seiner Frau Betty Moses, geb. Dreifuss geboren. Bis 1931 lebte die Familie in Durlach, anschließend in Karlsruhe. Am 22. Oktober 1940 wurde Hanna Moses im Rahmen der Wagner-Bürckel-Aktion mit ihrer Familie und etwa 6500 weiteren Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland in das Lager Gurs am Fuße der Pyrenäen deportiert. Im Februar 1941 konnten Hanna Meyer-Moses und ihre jüngere Schwester Susanne (* 1929) mit der Hilfe des OSE (Œuvre de secours aux enfants) und der Quäker in einem staatlichen Kinderheim untergebracht werden.Im Sommer 1943 gelang ihnen die Flucht in die Schweiz, wo Hanna Meyer-Moses bis heute wohnt. Ihre Mutter wurde in Auschwitz ermordet, der Vater starb im Hospital Le Dantec. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach dem Krieg musste die Deutsche Botschaft in Bern den staatenlosen ehemaligen deutschen Bürgern, zu denen Hanna Moses zählte, die deutsche Staatsangehörigkeit wieder antragen, woraufhin sie erklärte, sie wolle lieber staatenlos bleiben, als je wieder Deutsche zu werden. Im Jahr 1963 heiratete Hanna Moses ihren Verlobten, den Kaufmann und späteren Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Bremgarten Werner Meyer. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Hanna Meyer-Moses berichtet in Vorträgen von ihren Erlebnissen. Im Jahr 2009 veröffentlichte sie mit der Erzählung &lt;em&gt;Reise in die Vergangenheit&lt;/em&gt; ihre Lebensgeschichte.</text>
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              <text>Hilde Marx war eine deutschamerikanische Lyrikerin, Schriftstellerin und Journalistin. Hilde Marx wurde als Tochter des aus Bamberg stammenden Adolf Marx geboren, der gemeinsam mit seiner Frau Inhaber des Textilkaufhauses Schriefer in Bayreuth war. Sie besuchte dort die Graserschule und wechselte 1925/1926 an das Humanistische Gymnasium. Dort erlebte sie schon in dieser Zeit antijüdische Tendenzen. Trotz allem erhielt sie 1929 den Jean-Paul-Preis der Stadt Bayreuth, eine Auszeichnung an Schüler für besondere Leistungen in deutscher Sprache und Literatur. Nach dem Abitur 1931 ging Hilde Marx zum Studium der Zeitungswissenschaft, Theatergeschichte und Kunstgeschichte zum Wintersemester 1931/1932 nach Berlin. Nach ihrer Zwangsexmatrikulierung 1933/1934 kam sie als freie Mitarbeiterin bei einer jüdischen Zeitung unter. 1934 veröffentlichte Hilde Marx unter einem Pseudonym eine Gedichtsammlung &lt;em&gt;Im Vers gefangen&lt;/em&gt;. Ihr erster Gedichtband unter eigenem Namen &lt;em&gt;Dreiklang. Worte vor Gott, von Liebe, vom Tag&lt;/em&gt; erschien 1935 und machte sie in der jüdischen literarischen Öffentlichkeit bekannt. Der Band, der sich auch mit Problemen der jüdischen Bevölkerung befasste, wurde später verboten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von Hilde Marx geschriebene Texte für ein jüdisches Kabarett mussten der Gestapo vorgelegt werden, ihre Veranstaltungen und Lesungen wurden von der Geheimen Staatspolizei überwacht. In dieser Zeit wollte sie Deutschland noch nicht verlassen. Als sich Hilde Marx weigerte, ein Guthaben in Pilsen nach Deutschland überweisen zu lassen, drohte ihr die Gestapo eine Haftstrafe in einem KZ an. Daraufhin reiste sie im Winter 1937/38 in die Tschechoslowakei aus, blieb dort einige Monate in Prag und siedelte im November 1938 nach New York über. Dort verdiente sie ihren Lebensunterhalt durch Jobs, unter anderem als Kindermädchen, Altenbetreuerin und Verkäuferin. In ihrer Freizeit ließ sie sich zur Diplom-Masseurin ausbilden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In dieser Zeit erschienen in der deutsch-jüdischen Zeitschrift &lt;em&gt;Aufbau&lt;/em&gt; ihre ersten Gedichte in Amerika. Die US-amerikanische Staatsbürgerschaft erhielt sie 1943 und ehelichte ihren Jugendfreund, den praktischen Arzt Erwin Feigenheimer. Dieser Ehe entstammen drei Töchter. 1951 erschien Hilde Marx’ dritter und letzter Gedichtband &lt;em&gt;Bericht mit Werken&lt;/em&gt; von 1938 bis 1951.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Das Kabarett ließ sie ebenfalls nicht los und so wurde Hilde Marx in den Vereinigten Staaten besonders durch ihre &lt;em&gt;One Woman Show&lt;/em&gt; bekannt, Vorstellungen mit ernsten und heiteren Bestandteilen. Sie enthielten auch dramatisierte Themen zur jüdischen und christlichen Tradition, Rezitationen klassischer deutscher Autoren sowie ihre eigenen Werke. Sie verfasste auch  Theater- und Filmkritiken und Kurzbiografien jüdischer Emigranten. Hilde Marx starb im Alter von 74 Jahren in New York. Ihr umfangreicher Nachlass befindet sich in der State University of New York in Albany.</text>
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              <text>Elisabeth Marum wurde als Tochter der Johanna Marum (geborene Benedick, 1886-1964) und des Ludwig Marum (1882-1934), deutscher Rechtsantwalt und Potitiker der SPD, geboren. Im März 1934 wurde ihr Vater im KZ Kislau ermordet und kurz darauf floh die jüdische Familie Marum nach Paris. 1937 heiratete Elisabeth Marum ihren alten, nichtjüdischen Freund Hans Lunau. Im März 1941 konnte sie zusammen mit ihrer Mutter, aber ohne die hochschwangere Schwester auf einem Frachtschiff nach New York auswandern, wo sie  1998 starb.</text>
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              <text>Schwester Maria Imma Mack war eine Ordensschwester der Kongregation der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau in München. Sie versorgte unter dem Decknamen Mädi heimlich die Häftlinge des KZ Dachau mit Lebensmitteln, Briefen und liturgischen Gegenständen. Josefa Mack wurde 1940 Kandidatin der Armen Schulschwestern und arbeitete seit 1942 als Helferin im Kinderheim des Ordens in Freising. 1944 erhält sie erstmals den Auftrag, in der Gärtnerei des KZ Dachau Pflanzen und Blumen einzukaufen. Sie nahm den erbärmlichen Zustand der Häftlinge dort wahr und motivierte ihre Mitschwestern, Lebensmittel zu sparen, um sie in das KZ einschmuggeln zu können. Wöchentlich fuhr sie von Mai 1944 bis April 1945 zum KZ Dachau und versorgte die Häftlinge unter dem Vorwand des Blumenkaufs mit Nahrungsmitteln.&#13;
&#13;
Der junge inhaftierte Priester Ferdinand Schönwälder, der in der Verkaufsstelle arbeitete, bat sie, für die Häftlinge Briefe aus dem Lager zu schmuggeln. Obwohl ihr bewusst war, dass auf das Schmuggeln von Briefen die Todesstrafe stand, sagte sie zu und stellte so den Kontakt der Häftlinge zu ihren Angehörigen und zum Erzbischof von München und Freising Kardinal Michael von Faulhaber her. Schönwälder bat sie schließlich, bei der geplanten geheimen Priesterweihe des inhaftierten Diakons Karl Leisner durch den Mithäftling Bischof Gabriel Piguet von Clermont-Ferrand behilflich zu sein. Sie schmuggelte daraufhin liturgische Gegenstände wie Hostien, Messwein, Kerzen, Öle und Gewänder in das KZ Dachau ein. Es war die einzige Weihe eines katholischen Priesters in einem NS-Konzentrationslager. Papst Johannes Paul II. hat Leisner 1996 bei seinem Deutschlandbesuch in Berlin seliggesprochen.&#13;
&#13;
1945 trat sie ins Noviziat der Kongregation der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau in München ein und nahm den Ordensnamen Maria Imma an. 1951 bestand sie ihre Meisterprüfung zur Damenschneiderin.&#13;
&#13;
Ihre Lebenserinnerungen, vor allem an die Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft, veröffentlichte sie 1988 unter dem Titel Warum ich Azaleen liebe. Schwester Maria starb im Alter von 82 Jahren in ihrem Kloster in München und wurde auf dem Münchner Ostfriedhof beigesetzt.&#13;
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              <text>Die Schrifstellerin Anja Lundholm war Tochter des Apothekers Erich Erdtmann und seiner aus einer Bankiersfamilie in Darmstadt stammenden jüdischen Ehefrau, Elisabeth Blumenthal. Sie wuchs in Krefeld auf und besuchte das Krefelder Lyzeum. Von 1936 bis 1939 studierte sie Klavier, Gesang und Schauspiel an der Staatlichen Akademischen Hochschule für Musik in Berlin und übernahm kleinere Rollen in Filmen der Ufa. Nachdem ihr Vater, der sich vom Deutschnationalen zum überzeugten Nationalsozialisten und Mitglied der SS entwickelt hatte, seine jüdische Ehefrau 1938 in den Selbstmord getrieben hatte, gelang Helga Erdtmann, die als „Halbjüdin“ im Dritten Reich von den diskriminierenden Bestimmungen der Nürnberger Gesetze betroffen war, 1941 mit Hilfe gefälschter Papiere die Flucht nach Italien.&#13;
&#13;
In Rom schloss sie sich einer internationalen Widerstandsgruppe an, wurde allerdings 1943 kurz nach der Geburt ihres ersten Kindes Diana aufgrund der Denunziation durch ihren Vater, der bereits 1934 in die SS eingetreten war, von der Gestapo verhaftet. Nach ausgedehnten Verhören und Misshandlungen überführte man sie November 1943 nach Innsbruck. Dort wurde sie in einem Prozess wegen Hochverrats zum Tode verurteilt und im Frühjahr 1944 ins Konzentrationslager Ravensbrück gebracht. Ab Ende 1944 war sie Zwangsarbeiterin in einem KZ-Außenlager, aus dem sie mit anderen Häftlingen im April 1945 auf einem „Todesmarsch“ evakuiert wurde. Sie konnte fliehen und gelangte durch die russischen Linien zur britischen Armee in Lüneburg.&#13;
&#13;
In der Folge verschlug es die Autorin nach Brüssel, wo sie den schwedischen Kaufmann Lundholm kennenlernte. Sie heiratete Lundholm, nahm die schwedische Staatsbürgerschaft an und hielt sich mit ihrem Ehemann an verschiedenen Orten in Europa auf. Während dieser Zeit arbeitete sie als Dolmetscherin und freie Journalistin für britische Zeitungen. Nachdem ihre Ehe mit Lundholm geschieden worden war, ließ Anja Lundholm sich 1953 in Frankfurt am Main nieder, wo sie bis zu ihrem Tod als freie Schriftstellerin und Übersetzerin lebte, seit den Fünfzigerjahren stark behindert durch ihre Multiple-Sklerose-Erkrankung. Sie führte die Erkrankung auf die an ihr in Ravensbrück vorgenommenen medizinischen Versuche zurück.&#13;
&#13;
Anja Lundholm war Mutter zweier Kinder: Ihre Tochter Diana wurde 1943 kurz vor ihrer Verhaftung geboren und galt bis Anfang der 1950er Jahre als verschollen; aus der Ehe mit Lundholm ging 1951 der Sohn Melvyn hervor. 1953 wurde ihr auf Betreiben ihres mittlerweile entnazifizierten Vaters das Sorgerecht über ihre beiden Kinder entzogen.&#13;
&#13;
Anja Lundholm war Verfasserin von vorwiegend autobiografischen Romanen, in denen sie ihr abenteuerliches Schicksal zwischen 1927 und 1949 verarbeitete; vor allem mit der Schilderung ihrer Zeit im Frauen-KZ Ravensbrück in Das Höllentor erregte sie in den Achtzigerjahren großes Aufsehen in der Bundesrepublik, während das Buch in der DDR unerwünscht war.&#13;
&#13;
Sie starb am 4. August 2007 in Frankfurt nach langer Krankheit im Alter von 89 Jahren.&#13;
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              <text>Ilse Losa war eine deutsch-portugiesische Schriftstellerin und Übersetzerin. Als deutsche Jüdin bekam Losa Schwierigkeiten aufgrund eines Briefes, in dem sie Adolf Hitler als Verbrecher bezeichnet hatte und der von der Gestapo abgefangen wurde. Nach dem Verhör in Berlin verließ sie die dortige Gestapo-Zentrale, setzte sich umgehend in einen Zug und floh aus Deutschland nach Porto, wo bereits ihr älterer Bruder Ernst lebte, der die damals 21-jährige Ilse aufnahm. Sie heiratete den Architekten Arménio Losa und nahm 1935 die portugiesische Staatsangehörigkeit an. Nachdem Sie Portugiesisch gelernt hatte, begann sie auch hier zu schreiben. Zunächst waren das kleine journalistische Arbeiten, Artikel, Kolumnen und Erzählungen, die sich mit dem Alltag in Porto befassten. In ihren ersten Werken verarbeitete sie die bitteren Erfahrungen aus Nazi-Deutschland, den Verlust der Heimat und die Besonderheiten des Exils. 1949 erschien ihr erstes Buch &lt;em&gt;O Mundo em que vivi&lt;/em&gt;, das autobiografisch inspiriert das Leben in Deutschland vor der Emigration nach Portugal beschreibt. Darin verarbeitet Losa eigene Erlebnisse in der Schilderung ihrer Protagonistin Rose Frankfurter aus Berlin. Losa arbeitete zudem unter anderem als Verlagslektorin und übersetzte Werke u. a. von Bertolt Brecht und Thomas Mann sowie das Tagebuch der Anne Frank ins Portugiesische. Sie schrieb auch für Zeitungen und übersetzte portugiesische Bücher ins Deutsche. Umgekehrt übertrug sie wichtige portugiesische Romanciers wie Manuel da Fonseca und sein vom Salazar Regime verbotenes Buch &lt;em&gt;Saat des Windes&lt;/em&gt; ins Deutsche.</text>
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              <text>Lise Loewenthal-Montecorboli wurde als Tochter des Architekts Paul Loewenthal und Selma Loewenthal, geborene Schoenfeld geboren. Lise hatte noch eine ältere Schwester, Anna, und eine jüngere Schwester, Käthe. Eigentlich wollte sie Kinderärztin oder Geigenspielerin werden. 1935 zerplatzten ihre Zukunftsträume rabiat. Als Jüdin musste sie die Sarepta-Schule, ein evangelisches Mädchengymnasium in Bethel, verlassen. Durch die Repressalien verschlechterten sich die wirtschaftlichen Verhältnisse der Familie spürbar, die Töchter litten unter der Ausgrenzung, Verfolgung, Diskriminierung. Lise absolvierte einen Haushaltskurs an der Bielefelder Luisen-Schule, arbeitete dann als Haustochter bei einer jüdischen Familie und begann eine Schneiderinnenlehre. &#13;
&#13;
Im Dezember 1938 schafften es die Eltern, Lise und Käthe mit einem Kindertransport nach England zu schicken. 1939 gelangte auch Anna nach England. Für die Jugendlichen bedeutete es die Rettung, aber auch eine Härte, ohne die Eltern in einem fremden Land auf sich alleine gestellt zu sein. Die Mädchen erwartete zunächst das Sammellager. Nach einigen Monaten wanderte Lise Loewenthal nach Palästina aus. Dort kam sie zur Pflege, arbeitete sechs Jahre in einem Kibbuz in Palästina als Kindergärtnerin und Krankenpflegerin. Die Hoffnung auf ein Wiedersehen, auf eine intakte Familie, erfüllte sich nicht. Ihre Eltern hatten sich nicht mehr in Sicherheit bringen können. Sie wurden 1941 nach Riga deportiert und ermordet &#13;
&#13;
Am 12. Februar 2003 verstarb in Rom als Mitglied des italienischen Schriftstellerverbandes Lise Loewenthal. In ihrer ostwestfälischen Heimat ist sie die Autorin eines einzigen Buches: Shalom, Ruth, Shalom, erschienen 1982 als Übersetzung aus dem Italienischen, zehn Jahre später noch einmal verlegt. Das sehr viel umfangreichere Original wurde nach seiner Erstveröffentlichung 1973 mit drei italienischen Preisen bedacht – nicht den einzigen der Schriftstellerin; vor wenigen Jahren erfolgte seine dritte Auflage. &#13;
&#13;
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