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Sie war eine der bedeutendsten Lied-Interpretinnen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Elena Gerhardt war die Tochter eines Gastwirts. Sie studierte von 1899 bis 1903 Gesang am Königlichen Konservatorium der Musik in Leipzig. Sie sang Lieder von Schubert, Schumann, Brahms, Hugo Wolf und anderen. Konzertreisen führten sie vor und nach dem Ersten Weltkrieg durch ganz Europa, die USA und Kanada. \r\n\r\n1928 lernte Elena Gerhardt in Leipzig Fritz Kohl, den Verwaltungsdirektor der Mitteldeutschen Rundfunk AG (MIRAG), des Vorläufers des Mitteldeutschen Rundfunks, kennen, und sie heirateten 1932. Nach der Verhaftung ihres Mannes durch die Nazis ging sie im Oktober 1934 ins Exil nach London. Kohl folgte ihr nach seiner Freilassung einige Monate später. London wurde ihr zweites Zuhause; sie kam nach 1934 nie wieder nach Deutschland.\r\n\r\nElena Gerhardt begann nun auch zu unterrichten. 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Sie wurde aufgefordert, ihre Bilder nicht unter ihrem Geburtsnamen zu veröffentlichen, sondern ein Pseudonym zu wählen, was sie aber ablehnte. \r\n\r\n1933 verließ Marianne Breslauer Deutschland. Sie lebte ohne festen Wohnsitz, bis sie 1936 nach Amsterdam zog und den ebenfalls aus Deutschland emigrierten Kunsthändler Walter Feilchenfeldt heiratete. Das Fotografieren gab sie 1937 auf und widmete sich zusammen mit ihrem Mann dem Kunsthandel. Im Januar 1939 wurde ihr erster Sohn Walter geboren; bei Kriegsausbruch im September 1939 befand sie sich mit ihrem Mann in der Schweiz. 1944 wurde der zweite Sohn Konrad geboren.\r\n\r\nNach dem Zweiten Weltkrieg eröffneten sie 1948 eine Kunsthandelsfirma unter eigenem Namen mit dem Schwerpunkt auf französischer Malerei und Zeichnungen des 19. Jahrhunderts. Als 1953 Marianne Breslauers Mann starb, übernahm sie das Geschäft und arbeitete ab 1966 bis 1990 mit ihrem Sohn Walter zusammen. 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Sie studierte Architektur bei Oskar Strnad und Baukonstruktion bei Heinrich Tessenow. Anfang 1921 arbeitete sie gemeinsam mit Adolf Loos für die Siedlung Friedensstadt am Lainzer Tiergarten. Anschließend plante sie mit Architekt Ernst Egli die Steinhäuser für die Siedlung „Eden“ in Wien 14. Sie beschäftigte sich mit Fragen des Wohnens und der Rationalisierung der Hauswirtschaft und verfasste ihren ersten Artikel. Ab 1922 arbeitete sie im Baubüro des Österreichischen Verbandes für Siedlungs- und Kleingartenwesen. Sie entwarf Siedlerhütten, Siedlerhäuser, entwickelte „Kernhaustypen“, gründete die „Warentreuhand“, eine Beratungsstelle für Wohnungseinrichtung. <br /><br /> Ernst May hatte Lihotzky als Mitarbeiterin von Loos kennengelernt und engagierte sie 1926 an die Typisierungsabteilung, wo der neue Wohnungsbau mit der „Frankfurter Küche“ entwickelt wurde. Diese gilt heute als Prototyp der modernen Einbauküche. Grete Lihotzky entwarf das „Labor einer Hausfrau“, das auf den Grundlagen der „Griff- und Schrittersparnis“ auf minimalem Raum ein Maximum an Ausstattung bietet, um den Frauen die Arbeit zu erleichtern.<br /><br /> Als die politische und wirtschaftliche Situation in der Weimarer Republik sich verschlechterte, nahm Ernst May, den sie heiratete, mit einer Gruppe von Experten 1930 eine Berufung nach Moskau an. Dabei war Margarete Schütte-Lihotzky als Expertin für Kinderbauten. Die Brigade May war beauftragt, an der Umsetzung des ersten Fünfjahresplanes Stalins für die Sowjetunion mitzuwirken, indem sie sozialistische Städte plante. Die Planzahl sah 200.000 Einwohner in den nächsten Jahren vor, von denen die Mehrheit in der Stahlindustrie arbeiten sollte. Hier entwarf sie u. a. den Kindergarten. <br /><br />1933 stellte Schütte-Lihotzky ihre Arbeit bei der Weltausstellung in Chicago aus. 1934 unternahm sie Studien- und Vortragsreisen nach Japan und China. Bis 1937 blieb Schütte-Lihotzky in der Sowjetunion. 1937 verließ das Ehepaar Schütte die Sowjetunion und reiste nach Paris. 1938 übersiedelte Schütte-Lihotzky mit ihrem Ehemann nach Istanbul, wo sie die Möglichkeit hatten, an der „Akademie der Schönen Künste“ zu unterrichten und zu arbeiten. Am Vorabend des Zweiten Weltkrieges war Istanbul ein sicherer Ort für emigrierte Europäer, darunter Künstler und Architekten wie Bruno Taut und Clemens Holzmeister. In Istanbul traf Schütte-Lihotzky auch Herbert Eichholzer, einen österreichischen Architekten, der bemüht war, eine kommunistische Widerstandsgruppe gegen das Naziregime zu organisieren. <br /><br />Schütte-Lihotzky trat 1939 der österreichischen kommunistischen Partei (KPÖ) bei und reiste im Dezember 1940 nach Wien, um mit der österreichischen kommunistischen Widerstandsbewegung in geheime Verbindung zu treten. Obwohl für Schütte-Lihotzky die Todesstrafe beantragt war, verurteilte sie der 2. Senat am 22. September 1942 zu 15 Jahren Zuchthaus. Schütte-Lihotzky kam ins Frauenzuchthaus nach Aichach, Bayern, aus dem sie 1945 von kanadischen Truppen befreit wurde.<br /><br />Nach dem Krieg arbeitete sie zuerst in Sofia (Bulgarien); 1947 kehrten sie und ihr Mann Wilhelm Schütte nach Wien zurück, wo sie jedoch wegen ihrer politischen Ansichten – sie blieb Kommunistin – kaum öffentliche Aufträge erhielt. 1951 trennte sie sich von ihrem Ehemann Wilhelm Schütte. Sie plante zahlreiche Ausstellungen, arbeitete an Privataufträgen, für internationale Organisationen und für die Frauen- und Friedensbewegung. Sie unternahm Studienreisen, war publizistisch tätig und arbeitete als Beraterin für die Volksrepublik China, Kuba und die DDR. Sehr spät wurden ihre Werke in Österreich öffentlich anerkannt. Bei der Aufarbeitung ihres Nachlasses wurde ein unveröffentlichtes Manuskript gefunden. Dieser Text erschien 2004 als Buch unter dem Titel <em>Warum ich Architektin wurde</em>. 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Sie war Rundfunkmitarbeiterin in Berlin, Stuttgart und München. 1933 emigrierte sie über Estland nach Brünn, wo sie als Mitarbeiterin der deutschen Abteilung von Radio Brünn, der <em>Neuen Zürcher Zeitung</em>, des Brünner <em>Tagesboten </em>und des Prager <em>Monats</em> tätig war."]]]],["element",{"elementId":"31"},["name","Birth Date"],["description"],["elementTextContainer",["elementText",{"elementTextId":"4082"},["text","1899"]]]],["element",{"elementId":"32"},["name","Geburtsort"],["description"],["elementTextContainer",["elementText",{"elementTextId":"4083"},["text","Köln, Deutschland"]]]],["element",{"elementId":"33"},["name","Death Date"],["description"],["elementTextContainer",["elementText",{"elementTextId":"4084"},["text","1938"]]]],["element",{"elementId":"52"},["name","Sterbeort"],["description"],["elementTextContainer",["elementText",{"elementTextId":"4085"},["text","Brno, Tschechien"]]]]]],["elementSetContainer",["elementSet",{"elementSetId":"1"},["name","Dublin Core"],["description","The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. 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Zunächst schlug sie sich mit verschiedenen Aushilfsarbeiten durch, dann arbeitete sie als Malerin und Schriftstellerin. Nach dem Krieg blieb sie in Schweden, wo sie in Göteborg lebte. Ihr Nachlass befindet sich in der Akademie der Künste Berlin.<br /><br /></div>\n<div style=\"text-align:justify;\"><span>Um 1928 heiratete Hilde Rubinstein den Physikstudenten Otto Weinreich in Köln. Ihre finanzielle Lage war in Zeiten der beginnenden Wirtschaftskrise prekär, da ihr Vater 1924 verstorben war und Weinreich nichts zum Haushaltseinkommen beitrug. Sie verließ schließlich ihren Ehemann und zog nach Berlin, wo 1930 ihre Tochter Anna-Barbara zur Welt kam. Ihr Ehedrama „Eigener Herd ist Goldes Wert?“ wurde 1932 an der Jungen Volksbühne in Berlin uraufgeführt, wie auch weitere Stücke von Hilde Rubinstein. 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Ihre Mutter und ihr Bruder starben im Holocaust</span><span>, ihre Schwester emigrierte nach Argentinien.<br /><br /></span></span></div>\n<span>Nach dem Krieg blieb Hilde Rubinstein in Schweden, wo sie in Göteborg </span><a href=\"https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6teborg\" title=\"Göteborg\"></a><span>lebte. Dort stellte sie in den 1940er und 1950er Jahren ihre im expressiv-realistischen Stil gehaltenen Bilder in verschiedenen Galerien aus. <span>In den 1980ern kehrte sie noch einmal für einige Jahre nach West-Berlin zurück. 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Da sich ihr Wunsch, Ärztin zu werden, aus finanziellen Gründen nicht verwirklichen ließ, entschloss sie sich, das Schauspielfach einzuschlagen, und nahm den Künstlernamen Claire Waldoff an. 1903 hatte Claire Waldoff ihre ersten schauspielerischen Engagements im niedersächsischen Bad Pyrmont und Kattowitz in Oberschlesien. 1906 kam sie nach Berlin zu kleineren Auftritten. Es gab 1915 auch ein Leinwanddebüt beim Stummfilm. Karriere machte sie aber als kabarettistische Chanson- und Liedsängerin. Ihre künstlerische Hochzeit hielt bis 1936 an und endete nach 1942 gänzlich. <br /><br />Claire Waldoff lernte in Berlin Olga von Roeder (1886–1963) kennen, die aus einer US-amerikanischen Schauspielerfamilie stammte. Die beiden waren nicht nur ein Mittelpunkt des lesbischen Nachtlebens im Berlin der 1920er Jahre, sondern sie führten auch einen kulturell-politischen Salon zum Gedankenaustausch unter Lesben. Bis zu ihrem Tod waren beide einander Lebensgefährtinnen. <br /><br />Die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 bedeutete auch für Claire Waldoff einen Einschnitt. Für einige Zeit hatte sie ein politisches Auftrittsverbot, weil sie noch kurz zuvor bei der kommunistischen Roten Hilfe im Berliner Sportpalast aufgetreten war. Nachdem sie der Reichskulturkammer beigetreten war, wurde es wieder aufgehoben. Mitte der 1930er Jahre trat sie in Berlin in einem Doppelprogramm mit Lene Ludwig auf, die parodistische Tänze mit Masken von Prominenten aufführte. 1936 knickte ihre Karriere ein. Propagandaminister Joseph Goebbels verbot ihr, in der Berliner Scala zu gastieren. In Berlin gab es für sie immer weniger Engagements. 1939 trat sie noch in Rundfunk-Wunschkonzerten auf. 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Dem zunehmenden Antisemitismus in Bayern begegnete die Familie mit einem Grundvertrauen in die deutsch-jüdische Symbiose. 1923 jedoch floh ihr Vater mit ihr wegen des Hitler-Putsches in München nach Grainau zu Füßen der Zugspitze, kehrte aber nach dessen Scheitern nach wenigen Tagen wieder nach München zurück. Schon als Kind begann sie mit dem Schreiben. Durch ihre Freundin die Fotografin und Journalistin Doris von Schönthan (1905–1961), gehörte sie zum Freundeskreis um die eng miteinander verbundenen Geschwister Erika und Klaus Mann.1932 heiratete sie einen ihrer beiden Großcousins, den Dramaturg Edgar Weil. Grete Dispeker studierte Germanistik und engagierte sich in einer politisch links orientierten Studentengruppe. Für ihre beabsichtigte Promotion arbeitete sie an ihrer Dissertation über die Entwicklung des Bürgertums am Beispiel des zwischen 1786 und 1827 erscheinenden Journals des Luxus und der Moden, brach dies aufgrund der politischen Umstände jedoch ab und absolvierte stattdessen zwischen Ende 1933 und 1935 eine fotografische Lehre bei dem Portraitfotografen Edmund Wasow (1879–1944) in München.<br /><br />Ihre erste literarische Arbeit, die autobiographisch geprägte Erzählung <em>Erlebnis einer Reise</em>, schloss Grete Weil 1933 ab. Das Werk spiegelt die Auflehnung der jungen Generation gegen die bürgerlichen Moralvorstellungen am Ende der Weimarer Republik wider, wurde jedoch erst 1999 veröffentlicht. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde ihr Ehemann im März 1933 willkürlich verhaftet und in so genannte „Schutzhaft“ genommen. Noch im selben Jahr emigrierte Edgar Weil in die Niederlande. Grete Weil folgte ihrem Mann 1935 nach Amsterdam. Das Ehepaar war sich darüber klar, dass es im fremdsprachigen Ausland als Literatin bzw. Dramaturg keine beruflichen Chancen haben würde. Das Pharma-Unternehmen der Familie Weil bildete daher den wirtschaftlichen Rückhalt der beiden. Regelmäßig traf sich das Ehepaar mit seinen ebenfalls in die Niederlande emigrierten Freunden, beispielsweise mit dem Maler Max Beckmann, dem Schriftsteller Albert Ehrenstein und dem Dirigenten Bruno Walter. 1938 erwarb Grete Weil das Fotostudio Edith Schlesinger und führte es für rund dreieinhalb Jahre weiter. In der dort angrenzenden Wohnung lebte sie bis zu ihrem Untertauchen 1943. <br /><br />Im Spätsommer 1938 verreiste das Ehepaar ins südfranzösische Sanary-sur-Mer, wo Grete Weil über die Sekretärin Lola Humm-Sernau Kontakt zu Lion Feuchtwanger, zu Alma Mahler-Werfel und Franz Werfel bekam und diese mit ihrer Leica fotografieren durfte Noch kurz vor dem deutschen Überfall auf Polen kamen Edgar und Grete Weil Ende August 1939 von einer gemeinsamen Reise aus der Schweiz nach Amsterdam zurück. Nach der innerhalb von fünf Tagen stattfindenden Besetzung der Niederlande durch die Wehrmacht im Jahr 1940 versuchte das Ehepaar über den Hafen von Ijmuiden einen Fluchtversuch nach Großbritannien, der jedoch scheiterte. Die zügige Ausweitung der Nürnberger Gesetze auf die besetzten Gebiete durch das zuständige Reichskommissariat wirkten sich unmittelbar auch auf die Weils und Dispekers aus. Das Ehepaar plante daher die Ausreise nach Kuba. Während Grete ihr Touristenvisum bereits in den Händen hielt, konnte ihr Ehemann Edgar es am 11. Juni 1941 in Rotterdam abholen. Am Abend darauf wurde er auf offener Straße verhaftet, nach einem Aufenthalt im Internierungs- und Konzentrationslager in den Dünen des nordholländischen Schoorl deportiert und am 17. September 1941 im Konzentrationslager Mauthausen ermordet.<br /><br />Ihr Fotoatelier durfte Grete Weil als Jüdin nach August 1941 nicht mehr betreiben. Sie nahm Kontakt mit dem niederländischen Widerstand auf und half mit Fotos beim Fälschen von Pässen und Lebensmittelkarten. Als sie schließlich am 29. September 1943 deportiert werden sollte, floh sie ihrem Freund Herbert Meyer-Ricard (1908–1988), der 1944 die antifaschistische und sozialistische Hollandgruppe Freies Deutschland aufbaute. Grete Weil lebte in der Folge versteckt in einem Haus in der Prinsengracht, wo sie sich etwa eineinhalb Jahre lang hinter gefüllten Bücherregalen auf einer Matratze am Boden aufhielt. Dort nahm sie ihre seit 1933 literarische Arbeit wieder auf und arbeitete an einem Edgar Weil gewidmeten Roman über die Deportation <em>Der Weg zur Grenze</em>, der auf ihren Wunsch hin unveröffentlicht blieb. Außerdem schrieb sie dort 1943 das Puppenspiel <em>Weihnachtslegende</em>. <br /><br />Nach Kriegsende, nachdem sie 1947 als Widerstandskämpferin anerkannt worden war und einen niederländischen Pass erhielt, übersiedelte sie nach Darmstadt, wo sie mit dem dort als Opernregisseur wirkenden Jockisch zusammenlebte und ihn 1961 heiratete. Als Erbin ihres ersten Ehemannes Edgar Weil erhielt sie die pharmazeutische Fabrik (Endopharm) seiner Eltern im Rahmen von Restitutionsansprüchen zurück. Grete Weil setzte sich das literarische Ziel, „gegen das Vergessen anzuschreiben.  Ab 1955 lebte sie in Frankfurt am Main, wo sie als Übersetzerin aus dem Englischen und Amerikanischen für den Limes-Verlag in Wiesbaden arbeitete und Beiträge für das Periodikum das neue forum verfasste. 1963 veröffentlichte sie den Roman <em>Tramhalte Beethovenstraat</em>. 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Nach zwölf Jahren im Exil kehrte sie 1952 nach Hamburg zurück. Gretchen Wohlwill wuchs in einem liberalen, angesehenen jüdischen Elternhaus mit vier Geschwistern auf. Sie gehörte keiner Religionsgemeinschaft an. Ihr Vater war der Chemiker und Historiker Emil Wohlwill (1835–1912), ihre Mutter hieß Luise Nathan (1847–1919). Ihr Bruder Friedrich Wohlwill galt als anerkannter Mediziner.[2]\r\nNach Abschluss der „Selekta“, einer weiterführenden Schule für Mädchen, besuchte sie ab 1894 die Kunstschule Valeska Röver in Hamburg. Ihre Lehrer waren Ernst Eitner und Arthur Illies. Hier lernte sie den von Alfred Lichtwark geförderten Impressionismus norddeutscher Prägung kennen. 1897 unterbrach sie ihre Malstudien für ein halbes Jahr, um auf eigenen Wunsch „Hausstand zu lernen“. (In ihren Erinnerungen vermerkte sie, dass sie es nie bedauert habe, kochen gelernt zu haben.)\r\nIn den Jahren 1904 und 1905 hielt sie sich in Paris auf, um ihr Studium an der von Martha Stettler (1870–1945) und Alice Dannenberg (1861–1948) in der Rue de la Grande-Chaumière 14 mitbegründeten und geleiteten Académie de la Grande Chaumière, weiterzuführen. Ihre Lehrer waren Lucien Simon und Jacques-Émile Blanche. Bei ihnen lernte sie vorwiegend konventionelles Porträt und Landschaft in den akademisch abgesegneten Brauntönen. Gemeinsam ging man in den Louvre. Kritisch merkte sie fast ein halbes Jahrhundert später in ihren Erinnerungen an, dass sie „das eigentlich wesentliche der derzeitigen Kunstereignisse in Paris“ versäumt habe. Moderne Kunstströmungen waren in der Académie de la Grande Chaumière nicht vorgesehen. Und weiter: „Cézanne, van Gogh gingen uns erst viel später auf. Monet, Sisley, Pissarro etc. entzückten uns wohl, aber wir hatten ein schlechtes Gewissen dabei, denn unsere verehrten Lehrer verspotteten sie.“\r\n1909/10 reiste sie noch einmal in die französische Kunstmetropole, um bei Henri Matisse an der sogenannten Académie Matisse zu studieren. Die „Académie“ bestand aus einer Gruppe vorwiegend ausländischer Schüler und Schülerinnen, denen Matisse in einem alten Klostergebäude Korrekturen gab. Zur gleichen Zeit fanden sich dort auch die Hamburger Maler Friedrich Ahlers-Hestermann und Franz Nölken ein. Wohlwill bewunderte damals ohne Hemmnisse durch Autoritäten die französische Avantgarde, insbesondere Matisse und Cézanne, deren Rezeption ihr späteres Werk beeinflussen sollten.\r\nKunsterzieherin und freie Künstlerin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]\r\nZurück in Deutschland bereitete sie sich im Selbststudium auf das Zeichenlehrerinnen-Examen in Berlin vor. Ihr Ziel war es, als Frau in der Kunst finanziell auf eigenen Füßen zu stehen. Dies gelang ihr durch die Anstellung als Kunsterzieherin an der Emilie-Wüstenfeld-Schule in Hamburg (Eimsbüttel) ab 1910. Da sich das Unterrichtspensum auf drei Tage in der Woche erstreckte, blieb ihr Zeit für eigene freie künstlerische Arbeit.\r\nSeit 1912 beteiligte sich Wohlwill an Hamburger Ausstellungen. 1919 gründete sie gemeinsam mit Kollegen wie Anita Rée die Hamburgische Sezession und stellte bis zu deren Auflösung in der Frühzeit des Nationalsozialismus 1933 mit der Gruppe aus. 1920 trat sie der Hamburgischen Künstlerschaft bei und 1921 dem Deutschen Künstlerbund. Sie unternahm Studienreisen nach London (1920), mit Alma del Banco 1922 nach Italien und im folgenden Jahr nach Frankreich mit Ida Schilling. 1926 verbrachte sie einige Zeit im Künstlerort Ascona.\r\nZurück in Deutschland bereitete sie sich im Selbststudium auf das Zeichenlehrerinnen-Examen in Berlin vor. Ihr Ziel war es, als Frau in der Kunst finanziell auf eigenen Füßen zu stehen. 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Es entstand ein lebenslanger kollegialer Austausch, der jedoch durch die Jahre der Emigration unterbrochen wurde. Bis etwa Mitte der 1930er Jahre unternahm sie mit Bargheer eine Reihe von Studienreisen nach Holland, Belgien, England, Italien und Paris sowie nach Dänemark.\r\nDurch Wohlwills Fürsprache wurde Bargheer 1928 in die Hamburgische Sezession aufgenommen. Im selben Jahr zog sie mit ihrer Schwester, der Musiklehrerin und Pianistin Sophie Wohlwill, zusammen in eine Wohnung (Flemingstraße 3). Ihr Atelier in der Magdalenenstraße 12 entwickelte sich in den zwanziger Jahren zum Treffpunkt der Sezessionskünstler und anderer Künstlerfreunde.\r\nBerufliche Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]\r\nIn den zwanziger und frühen dreißiger Jahren waren Werke Wohlwills in zahlreichen Ausstellungen vertreten. 1932 bekam sie ihre erste Einzelausstellung im Hamburger Kunstverein. 1931 hatte sie von Oberbaudirektor Fritz Schumacher den Auftrag für ein Wandgemälde in ihrer Schule erhalten. Gute Kritiken in der Presse erleichterten ihr die Akquirierung von Auftragsporträts. Sie hatte sich mittlerweile einen Namen gemacht und war eine bekannte Hamburger Künstlerin geworden.\r\nKünstlerische Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]\r\nIn ihrer freien Arbeit experimentierte Wohlwill mit Stilinnovationen der künstlerischen Avantgarde vor allem im Bereich des Stilllebens und malte zahlreiche Landschaften, die geprägt sind von der Gegenüberstellung kubischer Häuserformen und üppig wuchernder Natur. Ihre harmonische Farbkomposition orientierte sich an Henri Matisse und Paul Cézanne, wobei die Palette eher gedämpfte Töne aufwies. Während noch Anfang der zwanziger Jahre ihr Stil geprägt war von kubisch-expressiven Formen wandte sie sich später der Neuen Sachlichkeit zu. 1930 arbeitete sie im neu entwickelten Stil der Hamburgischen Sezession, einer flächig angelegten Malweise mit linearen Elementen.\r\nPersona non grata[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]\r\nBereits in der Weimarer Republik war Wohlwill als moderne Künstlerin sowie als aus einer jüdischen Familie stammende Deutsche Anfeindungen in der nationalistischen Presse ausgesetzt gewesen. Als die NSDAP die Macht übernommen hatte, wurde sie am 25. April 1933 gezwungen, aus der Hamburgischen Künstlerschaft auszutreten. Im Sommer desselben Jahres entließ man sie aus dem Schuldienst. Die Künstlerin zog sich daraufhin in das damals noch dörfliche Hamburg-Finkenwerder zurück und erteilte Privatunterricht. Dort ließ sie sich ein Atelier im rechten Winkel als Anbau zum Atelier von Bargheer neben dessen Nesskate bauen.[3] Sie zog sich ganz auf ihre Malerei zurück. 1936 schloss man sie zusätzlich aus der Reichskammer der Bildenden Künste aus und verbot ihr zu malen. Ary Bergen übermalte Wohlwills Wandbilder in der Emilie-Wüstenfeld-Schule mit Nazi-Motiven. Im selben Jahr unternahmen sie und Bargheer per Motorrad eine Reise nach Dänemark, außerdem reiste sie nach Lissabon, wo ihr Bruder Friedrich Wohlwill, vor der NS-Zeit Pathologe an der Universitätsklinik Eppendorf, und dessen Familie bereits im Exil lebten. 1938 reiste sie ebenfalls zu ihren Verwandten nach Portugal.\r\nEmigration und Exil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]\r\nNach langem Zögern und nachdem sie ihr erstes Ausreisevisum hatte verfallen lassen, emigrierte Gretchen Wohlwill am 15. März 1940 nach Portugal, um der Deportation in ein KZ zu entgehen. Dort lebte sie in spärlichsten Einkommensverhältnissen von Stoffmalerei, Taschennähen und deutschem Sprachunterricht. Die Nationalsozialisten hatten die 62-Jährige vor ihrer Ausreise all ihrer Rücklagen beraubt. Anfang 1941 wurde auch noch ihr Transportlift (eine Art Mini-Container) im Hamburger Hafen aufgebrochen und der Inhalt, darunter 120 Bilder, in Hamburg verkauft. Durch die materiellen Entbehrungen in Portugal und auch durch das Gefühl der Isolation wurde sie im Exil häufig von Krankheiten heimgesucht.\r\nDie Kriegsjahre in Lissabon bezeichnete sie rückblickend als die schwerste Zeit ihres Lebens. Anfangs lebte sie mit im Hause ihres Bruders, was für die immer auf ihre Unabhängigkeit bedachte Künstlerin keine einfache Situation war. Später konnte sie eine eigene einfache Wohnung beziehen, jedoch nicht künstlerisch arbeiten.\r\nErst nach 1945 kam sie wieder zum Malen, und es stellten sich künstlerische Erfolge und Anerkennung ein, wie etwa der portugiesische Kunstpreis „Prêmio Francisco da Holanda“ (1948 und 1952). Finanziell änderte dies für die Künstlerin jedoch wenig, nur durfte sie die Häuser ihrer Schüler nun durch den Vordereingang betreten statt den Dienstboteneingang benutzen zu müssen.\r\nAuch wenn „Land, das Klima und die Stadt Lisboa“ ihr nach eigenen Angaben immer fremd geblieben waren, hatten die Jahre in Portugal Einfluss auf Wohlwills Farbpalette genommen. Das südliche Licht hellte ihre Farben auf, sie wurden leuchtend und bunt. Mit lebendigen, kraftvollen Motiven schilderte sie ihre portugiesische Umwelt.\r\nRückkehr nach Hamburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]\r\n1952 kehrte Wohlwill mit 75 Jahren, teils aus materieller Not, teils aus Sehnsucht nach den alten Freunden, nach Hamburg zurück. Von den 64 während der NS-Zeit emigrierten Künstlern kamen außer ihr lediglich drei weitere in die Hansestadt zurück, nämlich Clara Blumfeld, Arie Goral und Arnold Fiedler. Die Aussicht auf eine Zukunft mit den wenigen Familienmitgliedern, die die Nazi-Barbarei überlebt hatten, die Nähe des alten Freundes Bargheer und eine bescheidene Lehrerinnen-Rente begünstigten für Wohlwill die Wiederannäherung an Hamburg. Die Kulturbehörde vermittelte ihr 1953 eine Wohnung in den neuen Grindel-Hochhäusern, und Wohlwill nahm die Freundschaft mit Willem Grimm und anderen früheren Sezessions-Kollegen wieder auf. Sie wurde auch wieder künstlerisch tätig. An eine Bekannte schrieb sie 1959: „Zur Unterbrechung des Malens zeichne ich jetzt einmal wöchentlich Akt, ein gutes Modell; ich genieße es sehr, habe es seit Jahren nicht getan.“\r\n1959 ernannte sie der Berufsverband bildender Künstler in Hamburg zum Ehrenmitglied. Kurz vor Gretchen Wohlwills Tod malte ihre Kollegin Else Weber ein großformatiges Porträt von ihr, das die Künstlerin in ihrem Atelier zeigt, umgeben von Bildern. Das Porträt befindet sich in Privatbesitz. Gretchen Wohlwill starb am 17. 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