Wegscheider, Hildegard (geb. Ziegler)

1871, Berlin, Deutschland - 1953, Berlin, Deutschland
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Hildegard Wegscheider war eine deutsche Lehrerin, Schulreformerin, Politikerin der SPD und Frauenrechtlerin. Sie hatte die Höhere Töchterschule in Liegnitz besucht und nach einem Pensionatsjahr in Lausanne das Lehrerinnenexamen bestanden. Sie studierte seit 1893 in Zürich. In Berlin nicht zugelassen, promovierte sie 1898 in Halle zum Dr. phil und war damit eine der ersten Frauen, die an einer deutschen Universität den Doktorgrad erwarben. Nachdem Wegscheider in Kiel das Staatsexamen für Gymnasiallehrer bestand, war sie Dozentin an der Humboldt-Akademie in Berlin und Lehrerin an Gymnasialkursen. Sie heiratete 1899 den Arzt Max Wegscheider (1866–1928) und hatte mit ihm zwei Kinder, die Ehe wurde 1904 geschieden. Sie gründete 1900 die erste private Schule mit gymnasialem Unterricht für Mädchen in Berlin-Charlottenburg. Nach 1906 war sie Oberlehrerin in Bonn.

Wegscheider gehörte von 1919 bis 1921 für die SPD der verfassunggebenden preußischen Landesversammlung an und war seit 1921 Abgeordnete im Preußischen Landtag. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde sie aus allen Ämtern entfernt. Sie verdiente dann ihren Lebensunterhalt als Privatlehrerin. Wegscheider half politisch Verfolgten und Juden unterzutauchen. Im Jahr 1952 erhielt sie aufgrund ihres sozialen Engagements, ihrer Leistung und ihres Mutes, die erste Frau Preußens mit Abitur zu werden, das Bundesverdienstkreuz erster Klasse. 

Migrationsweg



Werke

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